Gefährliche und giftige Tiere

Australien beheimatet nicht nur wunderschöne Landschaften, sondern auch einige der giftigsten und gefährlichsten Tiere der Welt. Die folgenden Informationen sind lediglich als Leitfaden gedacht.
Die australische Notfallnummer (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen) ist 000.

Erste-Hilfe-Anleitungen zur Behandlung giftiger Bisse finden Sie auf der Seite der Australian Venom Research Unit. Machen Sie sich am besten vor Reiseantritt mit den wichtigsten Schritten zur Behandlung vertraut.
Die folgende Liste wurde vom Australian Museum in Sydney zusammengestellt. Die Tiere sind auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet worden, wobei die Wahrscheinlichkeit eines dieser Tiere zu treffen und die Gefahr die diese darstellen mit einbezogen wurde.

1. Würfelqualle (box jellyfish) – Gefahr: 10/10

Diese Quallen sind durchsichtig bis hellblau und deshalb äußerst schwierig im Wasser zu erkennen. Die australische Würfelqualle kommt primär in den tropischen Gewässern in Nordaustralien vor. Besonders nach Regenfällen findet man diese häufig am Flussmündungen, Meeresarmen und Bächen.

Die Faustregel der Einheimischen lautet: “Regenzeit ist Quallenzeit”. Diese ist in der Regel von Oktober/November bis April/Mai. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Einschätzung, da die Quallen sich das ganze Jahr im Northern Territory aufhalten.
Der Stich der Würfelqualle kann aufgrund seiner Giftigkeit ernsthafte Folgen haben. Der wichtigste erste Schritt bei der Behandlung ist die Deaktivierung der noch aktiven Stechzellen. Diese können deaktiviert werden, indem man für wenigstens 30 Sekunden Essig über die Tentakel laufen lässt. Erst dann sollten die Tentakel entfernt werden.

Viele beliebte Stränden an denen Würfelquallen vorkommen haben sogar eine Flasche mit Essig am Strand. Diese findet man meist direkt neben den Warnschildern. Eine Flasche Essig ist aber sicherlich besonders in Nordaustralien eine sinnvolle Ergänzung in Ihrem Erste-Hilfe Set.


2. Honigbiene – Gefahr: 9/10

Allergische Reaktionen auf Bienengift können ernsthaft bis tödlich sein. Wenn Sie allergisch auf Bienengift reagieren, sollten Sie immer dementsprechende Gegenmittel bei sich führen.

3. Irukandji-Qualle

Diese Quallenart ist sehr klein und fast unsichtbar. Der Körper ist etwa 3 cm, aber die Tentakel können bis zu einem Meter lang sein. Irukandji-Quallen kommen im Sommer an den Stränden Nordaustraliens vor.


4. Bullenhai (Bull shark) – Gefahr: 8/10

Einer der wenigen Haie, die Menschen gefährlich werden können. Der Bullenhai hält sich oft über lange Zeiträume in Frischwassergebieten auf. Die Weibchen gebären in Flussmündungen, wo der Nachwuchs manchmal bis zu 5 Jahren lebt. Der Bullenhai kann bis zu 3,4 Meter lang werden.

Diese Haiart ist sehr verbreitet und wird oft in tropischen, warmen Gewässern angetroffen. Der Bullhai lebt in Südwest, und Westaustralien, entlang der nördlichen Küste und entlang der Ostküste bis nach New South Wales. 


5. Gewöhnliche Braunschlange (Eastern Brown Snake) 

Diese Schlange findet man in der östlichen Hälfte Australiens. Diese Schlange ist schnell, aggressiv und für ihre schlechte Laune bekannt.
Das Gift dieser Schlange gilt als das zweitgiftigste Gift einer Landschlange weltweit. Leider vermehren diese Schlangen sich sehr gut in bewohnten Gegenden und werden auch oft in ländlichen Gegenden angetroffen.
Wenn die gewöhnliche Braunschlange sich gestört fühlt, hebt sie ihren Körper, windet sich zu einem “S” und wartet mit offenenm Maul darauf zuzubeißen. Sollten Sie gebissen werden ist es ratsam schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren.


6. Salzwasser- oder Leistenkrokodil

"Salties" leben in den Brack- und Frischwassergebieten Nordaustraliens. Sie sind hervoragende Schwimmer und sind schon auf auf dem offenen Meer gesichtet worden. Bitte behalten Sie die folgenden Richtlinien im Hinterkopf, besonders wenn Sie Nordaustralien bereisen.
Beachten Sie alle Warnschilder! Diese sind nicht nur aus Spaß aufgestellt worden. Nur weil weil Sie keine Krokodile sehen können, heißt das nicht, dass die Krokodile Sie nicht sehen können.
Nehmen Sie nicht einfach an, dass es sicher ist in einem Gewässer zu schwimmen nur weil Sie kein Warnschild sehen. Krokodile tarnen sich sehr gut. Sie sollten sich deshalb immer von tiefen, stillen oder schlammigen Wassern fernhalten.
Halten Sie Sicherheitsabstand zum Ufer, selbst wenn Sie nur einen Spaziergang machen. Drehen Sie dem Wasser niemals den Rücken zu, sondern behalten Sie dieses immer im Auge.
Bitte stören Sie die Krokodile nicht und füttern Sie sie nicht. Lassen Sie die Krokodile am besten in Frieden.
Hinterlassen Sie keine Essensreste an Ihrem Nachtlager.
Wenn Sie eine Krokodilschleifspur sehen die darauf hindeutet, dass hier ein Krokodil in den Fluss gegangen ist, sollten Sie sich von dieser Stelle fernhalten.
Die australischen Krokodile sind während der Brutzeit von September bis Mai besonders aggressiv.
Seien Sie vor allem nachts auf der Hut.


7. Australische Trichternetzspinne (Sydney funnel web spider)

Diese Spinne ist die gefährlichste Spinne Australiens. Man findet Sie in New South Wales sowohl in ländlichen als auch in dicht besiedelten Gebieten.

Die Trichternetzspinne versteckt sich gerne an feuchten, geschützten Orten.
Diese Spinnen werden zwar nicht oft angetroffen, können aber sehr aggressiv werden, wenn Sie sich bedroht fühlen. Auch wenn diese Spinne nur 1,5 bis 3,5 cm groß ist, so sind ihre Giftzähne länger als die der gewöhnlichen Braunschlange und können sogar Zehnägel durchdringen.
Wenn Sie gebissen werden, sollten Sie sofort Erste Hilfe anwenden und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.


8. Blaugeringelter Oktopus (Blue-ringed octopus) – Gefahr: 7/10

Es gibt 2 verschiedene Arten:
Hapalochlaena lunulata – dieser wird (mit ausgestreckten Tentakel gemessen) bis zu 20 cm groß (8 inches).
Hapalochlaena maculosa – kleiner und häufiger, dieser wiegt lediglich 28 gramm. Diese Art kommt in den seichten Korallen- und Steintümpeln Australiens vor.

Wenn der Oktopus ruht ist er hellbraun bis gelb gefärbt. Die blauen Ringe leuchten auf sobald sich das Tier bedroht fühlt. Heben Sie NIEMALS einen Oktopus auf. Der Schnabel ist stark genug um einen Neoprenanzug zu durchdringen und der Oktopus verfügt über genug Gift um 26 Erwachsene zu töten.
Der Blaugeringelte Oktopus kommt in Süd-Westaustralien, im nördlichen Tasmanien und im südlichen Queensland vor.

Es gibt kein bekanntes Gegenmittel für diesen schmerzlosen Biss. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist eine mehrstündige Herzmassage und künstliche Beatmung bis das Gift aus dem Blutkreislauf massiert wurde. Die einzigen bekannten Angriffe waren jedoch entweder wenn versucht wurde einen Oktopus aufzuheben, wenn ein Oktopus provoziert wurde oder wenn Personen ausversehen auf einen Oktopus getreten wurde.

        

9. Küstentaipan

Die Farbe des Küstentaipan variiert von hellem oliv-grün bis rostbraun, manchmal aber auch dunkelgrau bis schwarz. Der Bauch de Küstentaipan ist cremefarben und weißt in der Regel orangene oder pinke Flecken auf. Die Schlange kann bis zu 2,9 Meter lang werden.
Die Schlange kommt im Norden und im Osten Australiens vor. Im Nordwesten Westaustraliens, im nördlichen Northern Territory, auf der Cape York Peninsula und entlang der Küste des östlichen Queenstown bis nach Grafton (New South Wales) ist diese Schlange häufig anzutreffen. Im südlichen Queensland trifft man diese Schlange in der Nähe von Beaudesert, Esk und Gympie.
Der Küstentaipan lebt in Wäldern, Heidegebieten entlang der Küste und in bewachsenen Sanddünen. Auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wie etwa Zuckerrohrfelder gehören zu beliebten Lebensräumen. Die Schlange ist tagsüber und in den frühen Abendstunden aktiv, wenn es warm ist. Das Gift dieser Schlange gilt als das drittgiftigste Gift einer Landschlange weltweit. Wenden Sie nach einem Biss sofort Erste Hilfe an und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.


10. Todesotter (Common death adder)

Die Todesotter hat einen kurzen, kräftigen Körper und einen dreieckigen Kopf. Die Schwanzspitze is cremefarben oder schwarz und die Körperfärbung variiert zwischen grau und rotbraun. Der Bauch ist weiß und hat schwarze oder braune Flecken.
Die Schlange kommt im Meeresbusen des Northern Territory bis hin ins östliche Queensland und nach New South Wales, ebenso wie in den südlichen Gebieten Süd- und Westaustraliens vor.
Todesottern verlassen sich voll und ganz auf ihre Tarnung und warten manchmal stundenlang unter Laub, Baumstämmen, Steinhaufen und Büschen. Wenn Sie gebissen worden sind, sollten Sie direkt Erste Hilfe anwenden und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.