Surfen

 

 Neuseeland ist eine großartige Destination für Surfer und es gibt viele Weltklasse Surfspots zum Wellenreiten – trotzdem ist Neuseeland verglichen mit beispielsweise Hawaii, Kalifornien, Indonesien oder Australien relativ leer. Dies liegt vor allem an der isolierten Lage Neuseelands und natürlich den kalten Temperaturen, vor allem auf der Südinsel. Dadurch blieb Neuseeland lange ein Geheimtipp und auch heute kann man noch an diverse Surfspots fahren, wo man nur mit seinen Freunden und einigen Delfinen im Wasser ist – vor allem auf der Südinsel passiert dies erstaunlich oft.

Wer allerdings nicht so erfahren ist, wird schnell merken, dass Surfen sehr viel komplexer und schwieriger ist, als es scheint. Man muss herausfinden, wo es Equipment gibt, welche Surfspots für die eigenen Fähigkeiten passen und vor allem, wann & wo die richtigen Wellen sind. Diesen Winter über arbeitet Fabian bei uns, der schon als Lifeguard und Surflehrer gearbeitet hat und sein Wissen teilen möchte, damit man vor Ort möglichst schnell ins Wasser kommt:

Zuerst einmal muss man sich überlegen, zu welcher Jahreszeit man nach Neuseeland will und wohin man reisen will. Der Sommer ist für die meisten Reisenden die beliebteste Zeit, was vor allem am vor allem auf der Nordinsel angenehm warmen Wasser und dem schönen Wetter liegt. In Regionen wie der Coromandel Halbinsel, der Bay of Plenty oder auch Gisborne wird das Wasser warm genug, um komplett auf einen Neoprenanzug verzichten zu können. Je südlicher man kommt, desto kälter wird es auch, rund um Dunedin geht die Wassertemperatur auch im Sommer nicht über 14 Grad hinaus.

Das Gute ist in Neuseeland aber, egal ob warm oder kalt, dass es viele Surfschulen und Hostels gibt, die einem Material zur Verfügung stellen. Ich muss zugeben, dass ich alles alleine gelernt habe, aber ein paar Tage Surfunterricht nehmen lohnt sich dennoch meiner Meinung nach total. Man trifft Leute, mit denen man zusammen ins Wasser kann und lernt vor allem ein bisschen Wissen über Sicherheit im Wasser und wie man Wellen lessen muss, um auch die nötigen Erfolgserlebnisse zu bekommen – und Spaß und Workout zu kombinieren ist ja immer gut ;)

Es ist in der Regel nicht ganz billig, aber man sollte vor allem gutes Beginnerequipment bekommen (lernt so lange wie möglich auf einem großen Surfboard, es lohnt sich!). Die Tierwelt Neuseelands umgibt einen ständig, manchmal hat man Albatrosse, Delfine, Robben um einen herum und sogar Wale am Horizont. Wenn man erstmal süchtig genug wird, kann man sich in einem der vielen Surfshops Neuseelands (z.B. in Gisborne, Christchurch, Mount Maunganui gibt es viele) gute gebrauchte Boards kaufen (neue Boards kosten etwa 1000$, gute Neoprenanzüge um 300$).

Wer alleine reist, sollte allerdings immer bedenken, dass Neuseeland von großen Ozeanen umgeben ist und es hier Strömungen, Felsen etc. im Wasser geben kann. Am besten immer versuchen, sich bei den Einheimischen oder anderen Reisenden zu informieren, wenn man seine Zeit im Wasser mit Freunden verbringt, hat man sowieso mehr Spaß ;)

Wohin?

Wer schon länger surft, wird sich eher dafür interessieren, wann und wo es sich lohnt. Im Sommer sind die Wellen wie überall in der Regel kleiner, allerdings gibt es vor allem an den Westküsten eigentlich immer Wellen. Raglan und Taranaki lohnen sich eigentlich immer für einen Sommersurftrip und es ist im Sommer häufig auch nicht so windig. Aber es kann überall ganzjährlich gut werden.

Wohin soll es gehen?

Wer in Christchurch seine Neuseelandreise beginnt, hat ein paar sehr “anwenderfreundliche” Stadtstrände zur Verfügung, an denen man gut lernen kann bzw. gut wieder Praxis bekommen kann (siehe unten für eine Ausnahme, als die Wellen des Zyklons Pam im März in Christchurch ankamen). Beliebt sind die Strände von New Brighton und Sumner, wo man jeweils auch Equipment leihen kann. 


In Sumner ist fast jeden Tag eine Surfschule an der Strandpromenade, die es seit vielen Jahren gibt. Wie überall auf der Südinsel wird es hier im Winter jedoch recht kalt. Wer in Auckland ankommt, kann sich überlegen, ob es zur West- oder Ostküste gehen soll. Sogar Aucklands Stadtstrände bekommen manchmal Wellen, es lohnt sich aber, in Richtung Coromandel oder Bay of Plenty zu fahren. Wenn ich mit dem Surfen beginnen würde, wäre es wohl genau dort. Das Wasser ist warm, das Wetter häufig sonnig und mild und die Wellen sind oft sehr organisiert, nicht zu groß und sehr beginnerfreundlich. Es wird auch hier häufig größer, aber die Einheimischen warden einem immer einen geeigneten Strand nennen können, an den man ausweichen kann. Früher oder später hört jeder vom kleinen Dorf Raglan an der Westküste, wo eine unendlich lange nach links brechende Welle läuft und es fast nie ganz flach ist. Raglan ist keine Beginnerwelle und es ist vermutlich der vollste Spot in ganz Neuseeland, aber es lohnt sich trotzdem, einfach weil der Ort so unglaublich entspannt, friedlich und schön ist – viele bleiben hier gleich wochenlang.

Gisborne und das East Cape Neuseelands allgemein sind immer gut surfbar, mild und sonnig. Ähnlich ist es in Taranaki, hier sind aber die meisten Spots sehr steinig und felsig, wodurch hier viele Surfer lernen, ihre Boards zu reparieren ;-)

Die Südinsel ist generell recht rau und wird gerne etwas heftiger, vor allem an der Westküste wird man spektakuläre Aussichten, große Wellen und eine Menge Bewegung im Wasser finden – wer alleine reist, sollte immer ein bisschen viorsichtig sein. 


Absolut beliebt ist Kaikoura – hier gibt es Weltklassesurf und im Sommer bringen Surfschulen ihre Gäste zu sicheren Stränden. Die meisten Spots sind für Anfänger aber zu anspruchsvoll, da hier viel Energie im Wasser ist, dass sich auf steinigem Untergrund entläd. Aber wie gesagt, gibt es auch ein paar wunderschöne, beginnerfreundliche Strände und die Surfschulen statten euch mit warmen Neoprenanzügen aus. 


Südlich von Christchurch wird es immer kälter, die Küsten von Otago und den Catlins bieten den abenteuerfreundlichen Surfern eine Menge großartige Surfspots, die Auswahl geht dabei von Anfängerstränden bis zu massiven Wellen, die auf flachem Untergrund auf Riffen brechen. Interessant ist auch die Tierwelt, man sieht viele Pinguine, Delfine und auch große, territoriale Seelöwenkolonien lassen sich in manchen Buchten beobachten.

In der Curio Bay / Porpoise Bay gibt es einen sehr schönen Campingplatz, eine Surfschule und fast jeden Morgen besuchen die kleinen Hector-Delfine die Surfer direkt am Strand. Nebenbei findet man in dieser Bucht für jedes Surfer-Level den passenden Strandabschnitt, wenn die Bedingungen gut sind.

Wetter kann sich hier schnell ändern und Surfen ist hier manchmal eine Überwindung, wenn es kühl ist, aber die Reise entlang der Küsten ist so großartig, dass es sich immer lohnt.

Es gibt so viel über das Surfen zu lernen, dass man es in einem kurzen Artikel schwer zusammenfassen kann. Wir hoffen, dass wir so aber zumindest ein paar Impressionen geben konnten, euch bei der Planung helfen zu können.